Vorab ein Tipp aus apothekerlicher Sicht: Trotzdem niemand weiß, ob es nicht eine natürliche  Möglichkeit gibt, sich aktiv, also nicht allein durch Schutzmaske, Händewaschen und Reduktion der Sozialkontakte, vor dem  Virus zu schützen, möchte ich hier wenigstens eine unverbindliche Empfehlung geben: Versuchen Sie, Ihren Vitamin-D Status möglichst optimal einzustellen. Füttern Sie Ihr Immunsystem mit den erforderlichen Substraten. Dazu zählen Vitamin-C und L-Arginin respektive L-Citrullin.

 

ARZNEIMITTEL GEGEN COVID-19

Stand: 30. März 2020

 

In der aktuellen Coronavirus-Pandemie kann uns nur die Entwicklung eines potenten Impfstoffes retten. Das jedenfalls sagen uns die die Fachleuten. Die gleichen Fachleute sind aber auch der Meinung, dass bis dahin circa ein Jahr vergehen wird. 12 Monaten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stillstand?  Das mag man sich beim besten Willen nicht vorstellen und ausmalen.

 

Das Coronavirus (amtlich Sars-CoV-2) erscheint uns schon deshalb so bedrohlich, weil es zum jetzigen Zeitpunkt keine Arzneimittel gibt, die verlässlich gegen den Erreger wirken und einen fatalen Krankheitsverlauf verhindern können. Vergleiche mit der mittelalterlichen Pest oder der Spanischen Grippe kommen einem in den Sinn. Der ein oder andere mag auch an den Beginn der HIV-Infektionen denken, wobei die Gefährlichkeit nicht zu vergleichen ist. Immerhin, wir kennen den Erreger bis hinein in die letzte Nukleinsäuresequenz und wir wissen ziemlich genau, was das Virus im menschlichen Körper anrichten kann. Mit Blick auf die Arzneimitteltherapie macht es dieses Wissen möglich, aus dem Pool der bekannten Stoffe vielleicht eine Substanz zu identifizieren, die wirksam sein könnte. Denn Zeit, um auf eine potente Neuentwicklung zu warten, haben wir zunächst einmal nicht. Bei AIDS hat es mehr als 25 Jahren gebraucht, nämlich konkret bis heute, um eine effektive Arzneimitteltherapie mit Aussicht auf Heilung zu entwickeln.

 

 

Blicken wir auf das Sars-CoV-2 Virus und beleuchten wir dessen medikamentöse Therapieoptionen.

 

Um zu verstehen, warum es auch heute noch viel schwerer fällt, virale Infektionen zu therapieren, ein ganz kurzer Exkurs zu den grundlegenden Unterschieden zwischen bakteriellen und viralen Infektionsformen. Bakterien besiedeln quasi den menschlichen Organismus. Sie schädigen beispielsweise das Gewebe, sind aber nicht Teil davon. Vereinfacht gesagt sind sie Mitbewohner mit eigenem Hausstand. Antibiotika sind deshalb im Idealfall nur gegen das Bakterium wirksam, ohne mit dem menschlichen Organismus zu interferieren. Diesem Ideal entspricht Penicillin, das erste und trotz aller Meldungen über Resistenzen bis heute im Allgemeinen gut wirksame Antibiotikum. Viren unterscheiden sich im Zusammenleben mit dem Wirtsorganismus grundlegend. Sie können sich nur vermehren, wenn sie in die Zelle eindringen, diese zu ihrem Zweck umprogrammieren, sich replizieren, die Zelle platzen lassen (Bläschenbildung) und wieder andere Zelle befallen. Überspitzt gesagt sind Viren nichts anders wie vagabundierendes genetisches Material, das sich zum Zwecke der Fortpflanzung einer anderen Zelle bedient. Die Art wie Viren in die Zelle gelangen, ist sehr speziell. Ein Grund, weshalb bestimmte Viren nicht einfach wahllos jeden Organismus befallen können und Sars-CoV-2 beispielsweis bei unseren Haustieren keine Rolle spielt.  Aber der Nachteil ist auch, dass antivirale wirksame Arzneistoffe nicht ohne Weiteres im Tiermodell getestet werden können. Der Virus dringt im Zweifel einfach nicht in die Tierzelle ein. Das macht die Forschung zu Wirkstoffen schwerer.

 

Beim aktuellen Coronavirus, dem Sars-CoV-2 (WHO), hat es offensichtlich einen Wechsel vom Tier auf den Menschen gegeben, mit weitreichenden und zum Teil fatalen Folgen für uns. Nun sind Coronaviren nichts Neues und kleinere Epidemie hat es schon in der Vergangenheit gegeben. Aus diesen Zeiten sind rund siebzig Wirkstoffe bekannt, die als mehr oder weniger hilfreich eingestuft werden und die jetzt auch gegen die Erkrankung mit dem Namen Covid-19 getestet werden. Im Fokus stehen drei Kandidaten, die ein besonderes Potenzial aufweisen. Zwei davon, das Remdesivir und das Favipiravir, sind klassische Virustatika, das heißt sie nehmen Einfluss auf die Vermehrung des Virus durch Hemmung virusspezifischer Enzyme. Der dritte Vertreter, das Chloroquin (RESOCHIN®) beziehungsweise dessen Derivat, das Hydroxychloroquin (QUENSYL®), sind altbekannte Malariamittel. Sie wirken auch gegen Coronaviren. Über den Wirkmechanismus besteht keine genaue Klarheit. Diskutiert werden neben einer Hemmung der Virusaufnahme in die Zelle, einer Verzögerung der Replikation auch ganz allgemeine Effekte wie eine Reduktion der Zytokin-Konzentration im Serum und damit eine Abmilderung von Entzündungsreaktionen.

 

REMDESIVIR

 

28. März 2020

 

Remdesivir ist ein von Gilead gegen den Ebola-Erreger entwickelter Wirkstoff aus der Gruppe der klassischen Virusstatika. Wie bei vielen anderen Vertretern aus dieser Kategorie wird die Substanz erst in der Zelle in die eigentliche Wirkform überführt und ist deshalb relativ selektiv und dabei wahrscheinlich auch gut verträglich. Denn die in der Zelle notwendigen Wirkstoffkonzentrationen liegen deutlich unter denen, die sich negativ auf den menschlichen Stoffwechsel auswirken würden. Soviel zur Theorie. Remdesivir ist kurz gesagt eine Substanz, der man auf dem Papier und basierend auf in vitro Testungen günstige Eigenschaften gegen Covid-19 attestieren würde. Es hemmt spezifische Enzyme, auf die das Virus zur Vermehrung angewiesen ist. Soweit so gut. Leider hat Gilead beim Remdesivir das sprichwörtliche Messer im Schwein stecken lassen. Weil Studien am Menschen im Kampf gegen Ebola wenig erfolgreich verliefen, hat man die Bemühungen zur Zulassung des Wirkstoffs in der Vergangenheit eingestellt. Es gibt deshalb heute auch weltweit kein Medikament mit dem Wirkstoff Remdesivir. In der Rückschau mag man diese Entscheidung bei Gilead heute bedauern. Denn im Tierversuch war auch deutlich geworden, dass das Problem der unzureichenden Wirksamkeit eng mit der richtigen Dosisfindung korrelierte. Diesem Phänomen ist man jedoch nicht weiter nachgegangen. Um so mehr irritiert es, wenn aktuell alle Studien bei Covid-19 wieder mit den gleichen Wirkstoffmengen gestartet werden. Es bleibt abzuwarten, welche Resultate damit diesmal gegen Sars-CovV-2 zu erzielen sind. Die Studien laufen auf der ganzen Welt. Der April wird vielleicht etwas Klarheit bringen.

 

FAVIPIRAVIR

 

28. März 2020

 

Das in Japan gegen Grippeerkrankungen zugelassene AVIGAN® beziehungsweise FAVILAVIR® enthält Favipiravir, ein Virusstatikum, das gegen Faviviren (Gelbfieber, West-Nil-Fieber) und viele weitere RNA-Viren wirksam ist. Es ist in seinen pharmakologischen Eigenschaften vergleichbar mit dem Remdesivir und wurde auch schon gegen Ebola-Viren beim Menschen eingesetzt. Favipiravir ist insoweit dem Remdesivir in einigen Schritten voraus. Es ist von einer anerkannten Arzneimittelbehörde geprüft und zugelassen worden, es existiert als Fertigarzneimittel auf dem japanischen Markt und Fragen zur Dosierung und Verträglichkeit dürften sich auf Grundlage der Erfahrungswerte transparenter beantworten lassen. Wie aus Anwendungsbeobachtungen in China hervorgeht, eignet es sich besonders zur Verkürzung der Krankheitsdauer bei milden bis moderaten Covid-19 Verläufen. Bleibt die Fragen, ob es, rechtzeitig eingenommen, ein Abgleiten in einen schweren Krankheitszustand verhindern kann. In den derzeit offiziell gelisteten drei Studien (ClinicalsTrials.gov) wird Favipiravir nur in Kombination mit weiteren Wirkstoffen getestet. Schauen wir auch hier, was es bringt.

 

CHLOROQUIN(E) / HYDROXYCHLOROQUIN(E)

 

28. März 2020

 

Chloroquin, besser bekannt als RESOCHIN®, ist ein in den 1940 Jahren gegen Malaria in die Therapie eingeführter Wirkstoff der Bayer AG, damals noch IG Farben. Lange Jahre war Chloroquin die einzig wirksame Waffe gegen die durch Plasmodien hervorgerufene parasitäre Erkrankung. Mit der Entwicklung von Resistenzen und der Einführung neuer Substanzen ging die Bedeutung von Chloroquin immer mehr zurück. Vor wenigen Jahren wurde RESOCHIN® deshalb nahezu weltweit vom Markt genommen. Lediglich in Pakistan wird der Wirkstoff produziert und vermarktet. Beim Hydroxychloroquin, einem engen Strukturverwandten des Choroquins, ist die Ausgangslage ein wenig anders. Auf Grund des erweiterten Indikationsspektrums, es umfasst neben Malaria zusätzlich Rheumatoide Arthritis und den systemischen Lupus erythematodes, hat der Wirkstoff bis heute seinen Platz in der Therapie dieser Erkrankungen beibehalten. Außer QUENSYL® gibt es verschiedene Generika auf dem deutschen Markt. Der bereits über Jahrzehnte währende, breite Einsatz von Chloroquin wie auch Hydroxychloroquin hat viel zur Wirksamkeit und dem Nebenwirkungsprofil der beiden Stoffe erkennen lassen. In Sachen Verträglichkeit bekommt das Hydroxychloroquin etwas bessere Noten.

In der üblichen Dosierung zur Malariaprophylaxe wird Chloroquin als Einmalgabe wöchentlich empfohlen. Hier wird schon deutlich, dass die Substanz eine relativ lange Halbwertszeit haben muss. Genau dieses Phänomen ist auch der Grund, weshalb aktuell einige Fachleute vor der Anwendung in höherer Dosis warnen. Es kommt zu kumulativen Risiken. Im Vordergrund stehen dabei toxische Effekte am Auge in Form einer Sehbeeinträchtigung und am Herzen in Form einer Verlangsamung der Erregungsleitung. Diabetiker sind durch das Auftreten schwerer Hypoglykämien gefährdet. Lässt man diese Erkenntnisse in die therapeutische Dosisfindung bei Covid-19 einfließen, ergeben sich auch positive Aspekte. Es werden relativ hohe Gewebespiegel des Wirkstoffs erzielt. Diese führen vor allem in der Lunge dazu, dass das Coronavirus scheinbar weniger gut in die menschliche Zelle eindringt und dort auch vielleicht nicht so aggressiv zur Tat schreiten kann. Unabhängig davon senken Chloroquin und Hydroxychloroquin die Ausschüttung von Entzündungsmarkern im Blut. Wie eine Anwendungsstudie aus Frankreich zeigt, ist der klinische Effekt noch stärker ausgeprägt, wenn parallel Azithromycin, ein Makrolid-Antibiotikum, zum Einsatz kommt. Der ein oder andere in der Fachwelt mag dies als Kombination aus Teufel und Beelzebub identifizieren. Denn auch Azithromycin hat eine lange Halbwertszeit und ist am Herz vergleichbar aktiv. Umgekehrt möchte man entgegnen: „Gefahr erkannt – Gefahr gebannt“. Ein enges Monitoring der Nebenwirkungen ist jedenfalls angesagt. Zur Zeit laufen die meisten offiziellen Studien mit Chloroquin respektive Hydroxychloroquin, vor allem bei schweren Krankheitsverläufen. Vielleicht ist das Potential dieser beiden Wirkstoffe tatsächlich den selektiven Virusstatika überlegen.

 

Weitere Wirkstoffe

 

28. März 2020

 

Es gibt eine kleine Anzahl weiterer Arzneistoffe, die überwiegend basierend auf in vitro Daten zur antiviralen Wirksamkeit  auch zur Behandlung von Covid-19 Patienten geeignet erscheinen. Gemeinsam ist diesen jedoch, dass über ihre Verträglichkeit entweder wesentlich weniger bekannt ist oder ihre Verträglichkeit auf Grund bekannter Ereignisse als wesentlich schlechter einzuschätzen ist.  Darüber hinaus fehlen in der Regel Daten zur Dosierung.

 

30. März 2020

 

Stickstoffmonxid

 

 

Andere Therapiemöglichkeiten

 

28. März 2020

 

Es ist mittlerweile unstrittig, dass Covid-19 Patienten eine Immunität gegen das Virus aufbauen, die auf Antikörpern basiert. Dies Antikörper lassen sich isolieren und erkrankten Personen infundieren, was einer passiven Immunisierung entspricht. Vergleichbar der Tetagam Spritze nach einer Verletzung gedacht gegen Wundstarrkrampf. China ist dabei, entsprechende Spenderkapazitäten aufzubauen und bietet das Serum bereits an. Bei der derzeitigen explosionsartigen Verbreitung des Virus aber leider eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Methode ist aber nicht uninteressant für die Zukunft, wenn sich immer mehr Menschen infizieren und hoffentlich nicht schwer erkranken, dabei aber Antikörper bilden.

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